Don’t starve your soul to death

If you want to buy bread here in Germany, there is a big selection to choose from. Should it be small, big, brown, white, with seeds or without, etc? Still, it should all achieve the same purpose – it should satisfy your hunger.When we read the Bible, we also have choices to make. Which translation should I use? What am I looking for? Just a sweet snack or something more substantial that gives my soul good nourishment?

Whether we choose a modern version in every-day language or whether we can read the original Greek or Hebrew versions, we still read the same Bible.

However, reading or hearing the same words does not always make it the same message. We all interpret what we hear through the filters of our pre-understanding, our expectations, the environment we live in, our spiritual openness and other things that can influence the meaning of words.

As a young person I heard a lecture about a new Swedish translation of the Bible. At question time, a person expressed disappointment that the wording of the Lord’s Prayer would be changed. He didn’t like it that they would change “his” prayer. I thought that was a selfish attitude, putting the living message of God into a personal past-tense cultural time capsule.

The Bible is not a religious accessory that I use to enhance my ideology. The fact that we call it Holy Scripture can be misunderstood and used wrongly. The book in itself is not holy. It is the God whom the book testifies about who is holy. I do not worship the Bible as such. I worship God: the Father, Son and Holy Spirit, whom I get to know by reading the Bible.

You can choose to read it for various reasons. It has world-famous sayings and beautiful poetry. It has a number of dramatic stories, which have influenced some of the best music, art and literature in the world. Others have experienced that the Holy Spirit guided them in a specific life situation through verses from the Bible. This variety of impact in people’s lives testifies to the fact that it is a living word connecting living people with a living God.

I prefer to see my Bible as a companion. Some parts are not so easily understood, and I keep their company more rarely. Other parts, like grasping what the Kingdom of God here on earth means and how I should function in it, constantly attract me.

Jesus is the encryption key to most of the 66 books that make up the Bible. That is a good reason to get to know him better. When we* this year put emphasis on Acting like Jesus, we must always first look after our relationship with him.

Paul describes the uniqueness of Jesus in Ephesians 1:3-10. In him we have our sins forgiven. We have the gift of wisdom from Jesus in order to understand a little of God’s mysteries. However, it does not stop there. The Message paraphrase puts it like this:

God has summed up everything in Jesus Christ, everything in deepest heaven, everything on planet earth.

My summary is: Use any Bible translation and commentary that you find helpful. The main thing is that your faith is not starving to death from lack of the Bread of Life.

*The Germany, Lithuania ans Poland Territory of The Salvation Army

This text has been published in Heilsarmee Magazin #2/2019

Lass deine Seele nicht verhungern

Wenn man hier in Deutschland Brot kaufen möchte, steht man vor einer großen Auswahl. Soll es z. B. ein großer oder kleiner Laib sein, Schwarzbrot, Graubrot, Weißbrot, mit Körnern oder ohne? Und doch dient jedes demselben Zweck – Hunger zu stillen.Auch wenn wir die Bibel lesen, haben wir Entscheidungen zu treffen. Welche Übersetzung nehme ich? Wonach suche ich? Möchte ich nur einen süßen Snack oder etwas Gehaltvolleres, das meiner Seele gute Nahrung bietet?

Ob wir die modernisierte Version in alltäglicher Sprache wählen oder die griechische oder hebräische Ursprachenausgabe lesen können, es ist doch dieselbe Bibel.

Doch auch wenn wir dieselben Worte lesen oder hören, kommt nicht immer dieselbe Botschaft an. Wir alle interpretieren das, was wir hören, durch die Filter unseres Vorverständnisses, unserer Erwartungen, des Umfelds, in dem wir leben, unserer geistlichen Offenheit und anderer Aspekte, die sich auf die Bedeutung der Worte auswirken können.

In meiner Jugend hörte ich einmal einen Vortrag über eine neue schwedische Bibelübersetzung. Anschließend äußerte sich jemand enttäuscht darüber, dass der Wortlaut des Vaterunsers verändert würde. Es gefiel ihm nicht, dass man „sein“ Gebet veränderte. Ich fand diese Einstellung egoistisch, mit der er die lebendige Botschaft Gottes quasi in eine kulturelle Zeitkapsel aus der Vergangenheit steckte.

Die Bibel ist kein religiöses Zubehör, das ich gebrauche, um meine Ideologie zu stärken. Die Tatsache, dass wir sie Heilige Schrift nennen, kann missverstanden und falsch verwendet werden. Das Buch an sich ist nicht heilig. Heilig ist Gott, von dem das Buch zeugt. Ich bete nicht die Bibel an. Ich bete Gott an, den Vater, Sohn und Heiligen Geist, den ich durch das Lesen in der Bibel kennenlerne.

Man kann sie aus unterschiedlichen Gründen lesen. Sie enthält weltberühmte Redewendungen und wunderschöne Gedichte. Sie umfasst einige dramatische Geschichten, die einige der weltweit besten Werke in Musik, Kunst und Literatur beeinflusst haben. Andere haben erfahren, dass der Heilige Geist sie in einer bestimmten Lebenssituation durch Verse der Bibel geleitet hat. Diese vielfältige Wirkung auf das Leben von Menschen bezeugt die Tatsache, dass es ein lebendiges Wort ist, das lebendige Menschen mit einem lebendigen Gott verbindet.

Ich sehe meine Bibel am liebsten als einen Begleiter. Manche Teile sind nicht so leicht zu verstehen und ich beschäftige mich seltener mit ihnen. Andere Teile, die mir zum Beispiel erklären, was das Reich Gottes hier auf Erden bedeutet und wie ich mich darin verhalten soll, ziehen mich immer wieder an.

Jesus ist der Kodierungsschlüssel für die meisten der 66 Bücher, aus denen die Bibel besteht. Das ist ein guter Grund, ihn besser kennenzulernen. Wenn wir* dieses Jahr unseren Schwerpunkt darauf legen, wie Jesus zu handeln, müssen wir immer zuerst unsere Beziehung zu ihm pflegen.

Paulus beschreibt in Epheser 1,3–10, wie einzigartig Jesus ist. In ihm erfahren wir Vergebung unserer Sünden. Jesus schenkt uns Weisheit, damit wir ein wenig von den Geheimnissen Gottes verstehen können. Doch das ist noch nicht alles. Die Übersetzung „The Message“ drückt es in etwa so aus:

Gott hat alles in Jesus Christus zusammengefasst, alles im fernsten Himmel, alles auf dem Planeten Erde.

Meine Schlussfolgerung lautet: Verwenden Sie alle Bibelübersetzungen und Kommentare, die Ihnen hilfreich erscheinen. Das Wichtigste ist, dass Ihr Glaube nicht aus Mangel am Brot des Lebens verhungert.

*Die Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen.

Dieser Artikel wurde im Heilsarmee Magazin Nummer 2/2019 veröffentlicht.

Das Klima verändert sich. Werden uns die „Gretas” helfen, uns zu verändern?

Klimawandel! Wage ich dazu etwas zu sagen?

Ich bin nicht qualifiziert, den verschiedenen verfügbaren Fakten irgendetwas hinzuzufügen. Meine Überlegungen sind eher allgemein, darüber, dass wir aus dem, was wir wissen, die Konsequenzen ziehen sollten. Und besonders darüber, junge Leute ernst zu nehmen.

Innerhalb von weniger als einem Jahr wurde die schwedische Schülerin Greta Thunberg bei den bedeutendsten Gipfeltreffen* und in den führenden Medien der Welt angehört und zitiert. Es mag an sich schon berichtenswert sein, dass eine 16-Jährige eine solche Aufmerksamkeit erhält (weitere Informationen über sie gibt es hier). Entscheidend ist jedoch nicht, dass sie ein Phänomen ist, sondern dass sie weiß, wovon sie spricht, dass sie etwas zu sagen hat und dass sie es in die Tat umsetzt.

Die Versuchung ist groß, die Botschaft zu ignorieren, wenn uns der Überbringer nicht sympathisch ist. Und es besteht die Gefahr, auf falsche Botschaften zu hören, wenn wir vom Überbringer beeindruckt sind.

Nicht selten geschieht es, dass Erwachsene das Potenzial junger Leute unterschätzen oder ignorieren. Alle 15-Jährigen haben eine große Fähigkeit zu lernen, sich leidenschaftlich mit Themen zu befassen, die sie interessieren, und etwas zu bewegen. Sie brauchen gute Erwachsene, die diese Leidenschaft auf eine konstruktive Weise anregen und unterstützen können.

Mein eigenes Bewusstsein für Umweltthemen entstand, als ich etwa 14 Jahre alt war. Unser Biologielehrer besprach diese Themen Ende der 1960er-Jahre mit der Klasse. Er beteiligte uns an Aktivitäten vor Ort und veranstaltete Thementage, zu denen er Fachleute einlud. Einige Klassenkameraden gründeten eine Ortsgruppe der Jugendumweltorganisation „Fältbiologerna“, der ich mich auch für eine Weile anschloss. Gleichzeitig war ich bei den Pfadfindern der Heilsarmee aktiv und wurde auch Heilssoldatin. In der Pfadfindergruppe hatten wir Teenager unsere eigenen Treffen und konnten auch Leitungsverantwortung neben den erfahreneren Leitern übernehmen.

Teenager haben ein starkes Bedürfnis, ihren eigenen Bereich zu finden, in dem sie Identität und Zielstrebigkeit entwickeln können. Die letzten Jahre der Pubertät sind eine Zeit des Eigensinns, aber auch sehr prägende Jahre, in denen der richtige Einfluss guter Erwachsener eine entscheidende Rolle spielt.

Die Welt braucht die ehrliche Wahrheit, die von jungen Leuten kommt. Wir brauchen die Schwarzweiß-Perspektive, um die Kompromisse zu hinterfragen. Ich sehe Ähnlichkeiten zwischen der Stimme und Botschaft von Greta Thunberg und dem Propheten Amos im Alten Testament. Sie weisen auf offensichtliche Ungerechtigkeit hin und sagen deutlich, dass die Schwachen den Luxus der Reichen mit ihrem Leben bezahlen. Der Klimawandel betrifft nicht jedes Land oder jeden Menschen gleichermaßen. Wie in so vielen anderen Bereichen werden die Armen am meisten darunter leiden.

Als Christ und Nachfolger Jesu glaube ich nicht, dass der Kampf gegen den Klimawandel Vorrang hat vor dem Auftrag, den Jesus uns gegeben hat: Der Welt von ihm zu erzählen und davon, was sein Tod und seine Auferstehung für die Rettung der Welt bedeuten. Und ich glaube auch nicht, dass es darum geht, das eine über das andere zu setzen. Ich glaube, dass es zum Rettungsplan Gottes für die ganze Welt gehört, dass wir tun, was wir können, um den Klimawandel zu stoppen. Wenn sein Wille geschieht und sein Reich auf Erden kommt wie im Himmel, dann umfasst das sowohl die Menschen als auch die Umwelt, die uns am Leben erhält.

In dem, was Jesus lehrt, geht es auch um die richtige Reihenfolge. Die Ängste und Sorgen, die Menschen angesichts von Umweltbedrohungen und extremen Wetterbedingungen belasten, lassen sich nur teilweise durch Maßnahmen lösen werden, durch die z. B. Schadstoffemissionen reduziert werden. Die richtige Reihenfolge besteht nach Gottes Ansicht darin, zuerst sein Reich, seine Liebe und seine Gegenwart in unseren Herzen zu suchen. Dann empfinden wir Frieden statt Panik und können unseren Lebensstil aus einer Perspektive der geistlichen Kraft heraus ändern, nicht aus Angst.

Die Broschüre „Go and do something” von der Internationalen Kommission für soziale Gerechtigkeit der Heilsarmee (Social Justice Commission) (online verfügbar) bringt dies gut auf den Punkt:

„Wir können zwar nicht jedes Problem, das das Wohlergehen der Welt gefährdet, alleine bekämpfen, doch die Worte von William Booth gelten auch heute noch … Wir müssen aber immer daran denken, dass Menschen die Welt nicht durch eigene Bemühungen retten können. Wir müssen auf Gott vertrauen – den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.“

 

*Interview 2018 in Kattowitz

The climate is changing. Will the “Gretas” help us change?

Climate change! Dare I say anything about it?

I am not qualified to add anything to the various available facts. My reflection is more general, about acting on what we know. And, specifically, about taking young people seriously.

In less than one year, Greta Thunberg, a Swedish schoolgirl, has been listened to and quoted in the world’s most prestigious Summit Meetings* and in the world’s foremost media. It might be something newsworthy in itself, that a 16-year-old young woman gets this kind of attention, but the important thing is not that she is a phenomenon but that she knows what she is talking about,  she has something to say and she ‘walks the talk’.

It is a big temptation to ignore the message if we don’t feel sympathy for the messenger. And there is a risk of listening to false messages if we are impressed by the messenger.

It is not uncommon for adults to underestimate or ignore the potential of young people. Every 15 year old has a big capacity to learn, to be passionately involved in things that concern them and to make things happen. What they need are good adults who can stimulate and support that passion in a constructive way.

My own awareness about environmental issues began around 14 years of age. My biology teacher involved the class in these issues in the late 1960s. He engaged us in some local activities and had theme days with invited specialists. A couple of classmates formed a local group of “Fältbiologerna” (Nature and Youth Sweden) which I joined for a while. I was at the same time active as a scout in The Salvation Army and also became a soldier. In the scout troop we were a group of teenagers who both had our own meetings and were given responsibility to take on leadership alongside the more experienced leaders.

Teenagers have a strong need to find their own area in which to develop identity and a sense of purpose. While the years of late puberty are a time to be headstrong, they are also very formative years where the right influence of good adults is essential.

The world needs the honest truth that comes from young people. We need the black-and-white perspective to challenge the compromises. I see similarities in the voice and message of Greta Thunberg and the prophet Amos in the Old Testament. They point at obvious injustice and say plainly that the weak are paying with their lives for the luxuries of the rich. The changing climate does not affect every country or every person equally. As in many areas, it will be the poor people who will suffer the most.

As a Christian and follower of Jesus, I don’t believe that fighting climate change will take priority over the Mission Jesus gave us, to tell the world about him and what his death and resurrection means for the salvation of the world. And I don’t believe it is a matter of setting one thing above the other. I believe that doing what we can to stop climate change is part of God’s salvation for the whole world. When his will is done and when his Kingdom comes on earth as in heaven, it includes both humans and the environment that keeps us alive.

In Jesus’ teaching, the order of things is important. The fear and worries that fill people because of environmental threats and extreme weather conditions can only partly be solved by actions that stop harmful emissions, etc. The right order of things, according to God, is first to seek his Kingdom, his love and his presence in our hearts. Then we will have peace instead of panic and we can change our lifestyle from a standpoint of spiritual strength, not from fear.

This is well summed up in the booklet “Go and do something”, published by The Salvation Army Social Justice Commission (available on-line):

“While we cannot fight every issue that threatens the well-being of the world on our own, the words of William Booth are still relevant today….But we must always remember that humans cannot save the world by our own efforts. We must rely on God – Father, Son and Spirit.”

 

*A link to an interview in Katowice 2018

Act like Jesus: Be Prophetic and Professional

Are you ready for the third act? A play sometimes has three acts. First, you get to know the characters and how they relate to each other. Then complications and conflicts happen to make the story exciting. Finally, in the third act, misunderstandings are sorted out and there is a happy ending.

This makes me think of what happened with Jesus during the three days of Easter. On Friday, we get to know the complete list of the cast that brings Jesus to the cross. On Saturday, the Sabbath, there isn’t much action. Nevertheless, confusion and a high level of suspense is present in the minds of everyone – the disciples, the Romans, the Jewish Elders and the family members. The third day is the final act and triumphant day of resurrection. At the same time, it is the beginning of a new phase for the whole world. We now live in the Jesus-is-alive age.

As we begin 2019, The Salvation Army in Germany, Lithuania and Poland enters the third year, or we can call it the third act, of Vision 2030 2.0. The motto for this year is “Act like Jesus”.

We began two years ago with the updated version of our vision, with the theme “Call to Jesus”. It was followed by “Grow in Jesus”. Now, we enter the third phase, setting the goal to “Act like Jesus”. These three themes might even reflect the phases of our own life experience. We begin by enthusiastically coming to Jesus. We experience the emotions of “first love” and finding Jesus to be so great, so special.

That encounter of grace and positive expectations might be followed by a second, more challenging phase. After meeting the all-loving, all-caring, always-present-when-I-need-him Jesus, I begin to hear that he also requires something from me. He wants me to get to know him better, he invites me to the discipline of prayer, he challenges me to go deeper into the message of the Bible, etc. In short, the growth of my faith is not just about being a pretty flower in a hothouse. Growth also involves developing maturity and resilience in order to survive the winters of life.

I hope that God did challenge you in various ways during last year. I also hope and pray that you saw those periods as an opportunity for growth. If so, I am quite sure that the result is that you have a deeper trust and joy in him now, because the challenges produced good fruit in you and through you.

I now invite you to make this year’s theme a personal experience.

What does it mean to “act like Jesus”? The ministry of The Salvation Army is often about being active and doing things. We are good at being ‘hands-on’ and coming to the corps when we are involved in an activity. That is one way of expressing our faith, but here I want to point out something in Jesus’ behaviour that needs to accompany our ministry of doing things.

How to listen, how to talk

I think God is calling the Church in this time to be a role model in the area of listening and having conversations. The more the authoritarian, hateful, ‘us against them’ rhetoric spreads, the more we will shine as lights in this world when we act like Jesus in this area.

It is fascinating to read the Gospels and to pay attention to how Jesus interacted with people. We know that the four Gospel writers only recorded some of the events that happened during Jesus’ three years with his disciples. Still, it is obvious that he listened to, talked to and helped all kinds of people in society.

Jesus’ interaction is a mixture of good deeds, teaching and conversations. He heals people on his own initiative or at their request. To see just a few examples, read Luke chapters 13, 14 and 15. There are several situations where Jesus’ miracles give him a reason to have a question-and-answer exchange with people around him. He involves the prominent Pharisees, as well as the crowds, in the question of what the Kingdom of God is like. He builds on the conversations and leaves his audience with images to think about by telling them parables.

I encourage you to learn from and act like Jesus when it comes to listening and talking. Respect children, women and the poor as much as the educated and influential. Let all your life be a life where Jesus is present. We can talk with our neighbours and friends about work, birthday parties or health issues with as much involvement of the Holy Spirit as when we plan the Sunday meeting or go to the streets to serve the homeless.

God is not interested in a particular holy language. What we say is an outcome of who we are. If you find it difficult to be involved in conversations, you might find this old advice helpful: Do not listen in order to prepare what you will say next. Listen in order to understand.

The Vision folder says that we should review our work and concentrate on people in our neighbourhood. If we pay attention to who they are and what they need, it will naturally develop into doing meaningful things together.

The beginning is the key to the end

We cannot escape the fact that there seems to be more tasks waiting for us than we have time to do. To “act like Jesus” is to put trust in the importance of priority. It is not just about how I organise my life. It all boils down to FIRST seeking the influence of God’s Kingdom in all areas of my life.

There are several situations when Jesus talked about “first things first”. This was also my theme at the installation meeting in July 2016. God had put that on my heart and it is still valid. It is about putting on ‘The Kingdom First glasses’, or about ‘theology according to IKEA’ – the importance of doing things, of assembling things, in the right order if you want a good result.

Jesus tells us to first be reconciled with people before we come to God in prayer. We should first seek the Kingdom of God and be right with him, then we will have fewer worries about our daily, basic needs.

One lesson from this is that we can still do good things even if the Kingdom of God comes second in our thinking, in our planning, etc. However, I believe it will not be a victorious life or ministry.

The emphasis of acting like Jesus lies not so much on what we do. The main thing is that Jesus’ love motivates us and that his Spirit guides us.

The Vision folder encourages us to review our programmes. We might need to end something in order to start a ministry that God gives us a vision about. While we need courage to start something new, we also need the courage to stop doing things that don’t lead anywhere.

Being Prophetic and Professional

When leaders from our Territory were gathered for our annual conference in October, my opening speech was about having a prophetic view on our world. The biblical background was from the prophets Jeremiah, Amos and Zachariah. God sometimes spoke to them through visions. He also involved them in understanding the vision by asking the question What do you see?

I felt that God put that question to me and to us who serve him in The Salvation Army. Here is part of what I said:

A quality that God has given to his Church is the gift of a prophetic view, a visionary view. It was a strong motivation factor for William and Catherine Booth. He saw the people in the slums, but he did not just see hungry bellies and freezing feet – he saw that there was a place in heaven for each one of them. William even saw that from this rough crowd he would eventually get his helpers and leaders.

He did not first see that he was a poor evangelist with a family to support. He saw the need in people’s lives for Jesus. He saw and was convinced that this was God’s calling for him.

We are leaders. We are involved in a prophetic ministry. We should see with the eyes of God. Not just the problems but also God’s long-term redemption plan.

As I reached that point in my script, some words came to mind that seemed to summarise what it means to see and act like Jesus. I said – As God’s Salvation Army in this Territory, we should be both prophetic and professional.

To be prophetic means: God helps us to see how the present relates to the future. We see what God has prepared and move in that direction. We are obedient to Jesus in daily tasks and know that they are part of a bigger purpose. We are realistic about challenges, and at the same time expectant about the future.

To be professional means: Whatever my profession, workplace and personality are, my talents should be at God’s disposal. God will call people to be officers, because they see that their whole personality and mixture of skills can be used by God through ministry in The Salvation Army. It also means that we should expect God to provide highly qualified people (where heart and head work together) when we need to employ someone.

At the beginning, I referred to this year as the third act of our three years of themes. It was not in the sense of thinking of you as a spectator or referee of what’s going on in the Territory. Jesus is inviting us to be fully involved in making his presence real in this world. It will happen through conversations, his guidance in our priorities and by being prophetic and professional.

This text has been published in Die Heilsarmee Magazin #1/2019

Wie Jesus handeln: Prophetisch und Professionell sein

Sind Sie bereit für den dritten Akt? Theaterstücke bestehen manchmal aus drei Akten. Zuerst werden die Personen und die Beziehungen zwischen ihnen vorgestellt. Dann tauchen Komplikationen und Konflikte auf, damit die Geschichte interessant wird. Zuletzt klären sich im dritten Akt die Missverständnisse und es gibt ein Happy End.

Dabei fällt mir ein, was mit Jesus an den drei Ostertagen geschah. Am Freitag lernen wir alle Akteure kennen, die Jesus ans Kreuz bringen. Am Samstag, dem Sabbat, geschieht nicht viel. Doch innerlich sind alle durcheinander und sehr angespannt – die Jünger, die Römer, die Vorsteher der jüdischen Gemeinde und die Verwandten. Der dritte Tag bildet den Schlussakt und den triumphalen Tag der Auferstehung. Gleichzeitig beginnt damit für die ganze Welt ein neuer Abschnitt. Heute befinden wir uns im Jesus-lebt-Zeitalter.

Anfang 2019 beginnt für die Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen das dritte Jahr, oder sagen wir der dritte Akt, der Vision 2030 2.0. Das Motto für dieses Jahr lautet „Wie Jesus handeln“.

Vor zwei Jahren haben wir unter dem Motto „Zu Jesus rufen” mit der aktualisierten Version unserer Vision begonnen. Darauf folgte „In Jesus wachsen“. Jetzt treten wir in die dritte Phase ein und setzen uns das Ziel, „wie Jesus zu handeln”. Vielleicht spiegeln diese drei Jahre sogar die Phasen unserer eigenen Lebenserfahrung wider. Am Anfang kommen wir begeistert zu Jesus. Wir erleben die Gefühle der „ersten Liebe” und finden Jesus so großartig, so besonders.

Auf diese Begegnung voll Gnade und positiven Erwartungen folgt oft eine zweite, schwierigere Phase. Nachdem ich Jesus als den stets Liebenden, Fürsorglichen kennengelernt hatte, der immer da ist, wenn ich ihn brauche, erfuhr ich, dass er auch etwas von mir fordert. Er möchte, dass ich ihn besser kennenlerne, er lädt mich zur Disziplin des Gebets ein, er fordert mich heraus, tiefer in die Botschaft der Bibel einzutauchen, usw. Kurz gesagt, mein Glaube wächst nicht nur dadurch, dass ich als schöne Blume im Gewächshaus stehe. Wachstum beinhaltet auch, Reife und Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, damit man die Winter des Lebens übersteht.

Ich hoffe, dass Gott Sie im letzten Jahr in verschiedener Hinsicht herausgefordert hat. Und ich hoffe und bete, dass Sie diese Zeiten als Gelegenheit zum Wachstum gesehen haben. Falls ja, bin ich ziemlich sicher, dass Gott dadurch jetzt mehr Vertrauen und eine tiefere Freude an ihm empfinden, da die Herausforderungen in Ihnen und durch Sie gute Frucht hervorgebracht haben.

Jetzt lade ich Sie ein, das Motto dieses Jahres zu einer persönlichen Erfahrung zu machen.

Was bedeutet es, „wie Jesus zu handeln”? Im Dienst der Heilsarmee geht es oft darum, aktiv zu sein und etwas zu tun. Wir praktisch veranlagt und kommen zum Korps, wenn wir an einer Aktivität beteiligt sind. Das ist eine Art, meinen Glauben auszudrücken, aber hier möchte ich auf etwas am Verhalten Jesu hinweisen, das unseren tatkräftigen Dienst begleiten sollte.

Wie man zuhören und reden sollte

Ich denke, Gott ruft die Christen in dieser Zeit auf, Vorbilder auf dem Gebiet des Zuhörens und der Gesprächsführung zu sein. Je mehr sich die autoritäre, hasserfülllte „wir gegen die anderen”-Rhetorik ausbreitet, desto mehr werden wir als Lichter in dieser Welt leuchten, wenn wir in dieser Hinsicht wie Jesus handeln.

Es ist faszinierend, die Evangelien zu lesen und darauf zu achten, wie Jesus mit Menschen umging. Wir wissen, dass die vier Evangelisten nur einige der Ereignisse aus den drei Jahren festhielten, die Jesus mit seinen Jüngern verbrachte. Dennoch ist offensichtlich, dass er Menschen aller Gesellschaftsschichten zugehört, mit ihnen gesprochen und ihnen geholfen hat.

Jesus begegnet anderen mit einer Mischung aus guten Taten, Lehre und Gesprächen. Er heilt Menschen aus eigener Initiative oder auf ihre Bitte hin. Einige Beispiele finden Sie im Lukasevangelium, Kapitel 13, 14 und 15. In mehreren Fällen liefert ein Wunder Jesus einen Anlass zu einem Wortwechsel mit den Menschen um ihn herum. In seine Gespräche über das Reich Gottes bezieht er sowohl die bedeutenden Pharisäer als auch die Menschenmenge ein. Indem er Gleichnisse erzählt, vertieft er die Gespräche und hinterlässt seinen Zuhörern Bilder, über die sie nachdenken können.

Ich ermutige Sie, beim Zuhören und Reden von Jesus zu lernen und wie er zu handeln. Respektieren Sie Kinder, Frauen und Arme genauso wie Gebildete und Einflussreiche. Lassen Sie Jesus in Ihrem ganzen Leben gegenwärtig sein. Der Heilige Geist kann genauso beteiligt sein, wenn wir uns mit unseren Nachbarn über Arbeit, Geburtstagsfeiern oder Gesundheitsfragen unterhalten, wie wenn wir den Sonntagsgottesdienst planen oder auf die Straßen gehen, um Obdachlosen zu dienen.

Gott kommt es nicht auf eine besonders heilige Sprache an. Was wir sagen, ist ein Ergebnis dessen, wer wir sind. Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Gespräche zu führen. Mir hilft dabei dieser alte Ratschlag: Höre nicht zu, um deine nächsten Worte zu planen. Höre zu, um zu verstehen.

Die Visionsbroschüre besagt, dass wir unsere Arbeit überprüfen und uns auf die Menschen in unserer Nachbarschaft konzentrieren wollen. Wenn wir darauf achten, wer sie sind und was sie brauchen, entwickelt sich daraus ganz natürlich, dass wir miteinander etwas Sinnvolles tun.

Der Anfang ist der Schlüssel zum Ende

Wir müssen uns der Tatsache stellen, dass offenbar mehr Aufgaben auf uns warten als wir in der Zeit, die uns zur Verfügung steht, bewältigen können. „Wie Jesus zu handeln” bedeutet, auf die Wichtigkeit von Prioritäten zu vertrauen. Das betrifft nicht nur, wie ich mein Leben organisiere. Im Wesentlichen geht es darum, ZUERST den Einfluss des Reiches Gottes in allen Bereichen meines Lebens zu suchen.

Jesus sprach in verschiedenen Situationen davon, dass „das Wichtigste zuerst” kommen soll. Das war auch mein Thema bei meiner Amtseinführung im Juli 2016. Gott hatte es mir aufs Herz gelegt und es gilt nach wie vor. Es geht darum, die „Reich-Gottes-zuerst-Brille” aufzusetzen, oder um eine „Theologie nach Art von IKEA“ – es ist wichtig, Dinge in der richtigen Reihenfolge zu tun oder zusammenzusetzen, wenn man ein gutes Ergebnis erzielen möchte.

Jesus sagt, dass wir uns zuerst mit Menschen aussöhnen sollen, bevor wir im Gebet zu Gott kommen. Wir sollen zuerst das Reich Gottes suchen und unsere Beziehung zu ihm in Ordnung bringen; dann brauchen wir uns weniger um unsere täglichen, grundlegenden Bedürfnisse zu sorgen.

Eine Lektion daraus ist, dass wir auch dann Gutes tun können, wenn das Reich Gottes in unserer Aufmerksamkeit oder Planung erst an zweiter Stelle kommt. Doch dann, glaube ich, wird dieses Leben oder dieser Dienst nicht siegreich sein.

Wenn wir wie Jesus handeln wollen, liegt die Betonung nicht auf der Aktivität, dem „Handeln” als solchem. Das Wichtigste ist, dass die Liebe Jesu uns motiviert und dass sein Geist uns leitet.

Die Visionsbroschüre ermutigt uns, unsere Programme zu überprüfen. Vielleicht müssen wir etwas beenden, um mit einem Dienst beginnen zu können, für den Gott uns eine Vision schenkt. Während wir den Mut brauchen, etwas Neues zu beginnen, brauchen wir gleichzeitig auch den Mut, mit etwas aufzuhören, das ins Leere führt.

Prophetisch und Professionell sein

Als die Leiter aus unserem Territorium im Oktober 2018 zu unserer jährlichen Konferenz versammelt waren, handelte meine Eröffnungsansprache davon, eine prophetische Sicht auf unsere Welt zu haben. Der biblische Hintergrund dazu kommt aus den Propheten Jeremia, Amos und Sacharja. Manchmal sprach Gott durch Visionen zu ihnen. Er bezog sie auch in die Deutung der Vision ein, indem er sie fragte: Was siehst du?

Ich hatte den Eindruck, dass Gott diese Frage mir und uns stellte, die wir ihm in der Heilsarmee dienen. Nachfolgend ein Ausschnitt von dem, was ich sagte:

Eine Eigenschaft, die Gott seiner Gemeinde geschenkt hat, ist die Gabe einer prophetischen Sicht, eines visionären Blicks. Darin bestand eine starke Motivation für William und Catherine Booth. William sah die Menschen im Slum, aber er sah nicht nur hungrige Mägen und frierende Füße – er sah, dass es für jeden dieser Menschen einen Platz im Himmel gab. Er sah sogar, dass er aus dieser Menge einfacher Menschen letztlich seine Helfer und Leiter gewinnen würde.

Er sah nicht zuerst, dass er ein armer Evangelist war, der eine Familie zu ernähren hatte. Er sah, dass die Menschen Jesus brauchten. Er sah und war überzeugt, dass darin seine Berufung von Gott bestand.

Wir sind Leiter. Wir stehen in einem prophetischen Dienst. Wir sollen mit den Augen Gottes sehen. Nicht nur die Probleme, sondern auch Gottes langfristigen Erlösungsplan.

An dieser Stelle in meinem Manuskript kamen mir Worte in den Sinn, die zusammenzufassen schienen, was es bedeutet, wie Jesus zu sehen und zu handeln. Ich sagte: Als Gottes Heilsarmee in diesem Territorium sollten wir sowohl prophetisch als auch professionell sein.

Prophetisch zu sein bedeutet: Gott hilft uns zu sehen, wie die Gegenwart mit der Zukunft zusammenhängt. Wir sehen, was Gott vorbereitet hat und was er in diese Richtung bewegt. Wir hören bei alltäglichen Aufgaben auf Jesus und wissen, dass sie zu einem größeren Ziel gehören. Wir gehen realistisch mit Herausforderungen um und blicken gleichzeitig erwartungsvoll in die Zukunft.

Professionell zu sein bedeutet: Was auch immer mein Beruf, mein Arbeitsplatz und meine Persönlichkeit sind, meine Talente sollen Gott zur Verfügung stehen. Gott wird Menschen in den Offiziersdienst berufen, weil sie sehen, dass er ihre ganze Persönlichkeit und ihre verschiedenen Fähigkeiten durch den Dienst in der Heilsarmee gebrauchen kann. Es bedeutet auch, dass wir damit rechnen sollen, dass Gott für hoch qualifizierte Menschen sorgt (bei denen Herz und Hand zusammenwirken), wenn wir jemanden einstellen müssen.

Zu Beginn habe ich dieses Jahr als den dritten Akt unserer Dreijahresmottos bezeichnet. Dabei hatte ich Sie nicht als Zuschauer oder Schiedsrichter vor Augen, die begutachten, was im Territorium geschieht. Jesus lädt uns ein, uns ganz daran zu beteiligen, dass seine Gegenwart in dieser Welt real wird. Das geschieht durch Gespräche, dadurch, dass er unsere Prioritäten leitet und indem wir prophetisch und professionell sind.

Dieser Artikel wurde im Heilsarmee Magazin Nummer 1/2019 veröffentlicht.

The good purpose of waiting

Waiting. Who likes it? I don’t think anyone chooses it as their favourite occupation. During my lifetime, waiting has become less and less acceptable. Years ago, when taking photos, we had to wait until all the 20 or 36 photos were shot before we could send the film to a lab. Then we waited a week to receive the prints. We had to wait for letters to be delivered before we received a document, and so on. Now, I’m used to the fact that I can control whether I want instant information or if I will wait for it.

Letting people wait seems to be something God does on purpose. The prophet Isaiah said that God would come to earth and save his people. The sign would be a virgin giving birth to a son. His name would be Immanuel and he would come from King David’s family. The prophet Micah even pinned down that this special ruler from God would be born in the small town of Bethlehem. This was said and written down around 700 years before it happened. Quite a long wait. No wonder that hope faded and the promises were forgotten over the generations that passed.

Then the time was right. God sent an angel to Mary in Nazareth with a message. She was to experience a special blessing through the Holy Spirit and give birth to a son. She should name him Jesus and he would reign in a special kingdom, a kingdom without end. From that teenage experience to the beginning of Jesus’ ministry, she had to wait around 30 years. However, the length of time is not just what makes waiting difficult. Uncertainty is probably the most frustrating part.

The longest wait in their souls that Mary and the disciples had ever experienced was probably the two days between Jesus’ death and his resurrection. After that joyful Sunday morning, there was another 40 days waiting for the promised Holy Spirit.

I expect you get the point – waiting seems to be important for God. That is how we learn to trust his promises and to lay down our own attempts at control.

My childhood wait for Christmas evening was exciting. Expectations rose for the arrival of “tomten”, the Swedish Santa Claus. My waiting was confident and hopeful because I knew that there would be gifts for me. Nor was I afraid that the evening would end in tragedy, because no one in the family drank alcohol.

Is there a promise from God you are waiting to be fulfilled? I am not asking about a WISH that you have, but about a promise from God that he wants you to claim. I have a suggestion. Ask for and wait for the gift of the Holy Spirit to be renewed in you. While we wait for God’s promises to be fulfilled, we can fully rejoice in who we are and what we have in Jesus.

Mary believed the words of Gabriel would be fulfilled. When she had given birth, her faith was confirmed by simple shepherds who came to say that her son was the Messiah, the Lord. This Christmas, I will choose not to look for instant rewards in people’s reactions. I will choose to wait for the real presence of the real joy of the real Son of God.

This text has been published in the Heilsarmee Magazin #12/2018