Schweden und Deutschland – ein Vergleich

Menschen und Orte miteinander zu vergleichen kann ein bisschen riskant sein. Verschieden zu sein bedeutet nicht immer besser oder schlechter zu sein, sondern einfach unterschiedlich. Aber nachdem ich ein bisschen mehr als sechs Monate in Deutschland gelebt habe, erlaube ich es mir, ein paar Gedanken zu den Unterschieden zwischen Schweden und Deutschland zu äußern.

Rauchen

img_2617Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind nachdem ich in meine Nachbarschaft gezogen bin, war, dass mehr Deutsche Zigaretten rauchen als Schweden. In den Wintermonaten kann man sich täuschen und glauben, dass die Leute frische Luft lieben, da sie auf ihren Balkonen in der kalten Abendluft stehen oder in Cafés draußen sitzen, wenn doch der Frost in der Luft ist. Aber der Grund ist, dass sie rauchen. Nicht wirklich eine gesunde Angewohnheit.

Bargeld

Als nächstes wurde offensichtlich: „Bargeld ist König“. Ich kann in den meisten Läden mit meiner Plastikkarte bezahlen aber in den kleineren oftmals nicht. In Schweden möchten Banken nicht mit Bargeld umgehen (das ist kostenintensiv) und Läden sehen „echtes Geld“ als ein Risiko für Überfälle, sodass sich die Menschen daran gewöhnt haben, die meisten Dinge mit der Karte zu bezahlen. Oder wir haben unsere Mobiltelefone dazu genutzt, Geld zwischen uns auszutauschen oder im Korps / in der Gemeinde als Kollekte zu geben.

Brot

breadIch liebe das deutsche Brot. Es hat hohe Qualität, schmeckt wunderbar, man bekommt es in kleinen und großen Bäckereien überall in der Stadt und es gibt eine riesige Auswahl. Innerhalb meiner direkten Nachbarschaft gibt es fünf Bäckereien. Schweden hat einige lokale Spezialitäten und die Auswahl ist nicht schlecht. Aber Brot bekommt man meistens im Supermarkt, in einer Plastiktüte mit mehr Luft als Inhalt. Gutes Brot von einer Bäckerei ist in Schweden ziemlich teuer, aber hier in Deutschland kann man es sich gut leisten.

Die Vereinigten Staaten von Deutschland

Deutschland ist ein großes Land mit ca. 82 Millionen Einwohnern. (Schweden hat ungefähr 9 Millionen.) Deutschland habe ich immer als EIN starkes Land gesehen. Und das ist es auch, aber ich realisiere immer mehr, dass Deutschland ein Bund aus 16 Bundesländern ist. Die Bundesländer haben ihre eigenen Gesetze und entscheiden über ihre eigenen Angelegenheiten selbst wie z.B. das Schulsystem und die Gesetze für Sozialinstitutionen. Ich lebe in Nordrhein-Westfalen und heute (6. Januar) haben wir keinen Feiertag, während Bayern einen hat.

Sonntage

Ich weiß nicht, ob die Deutschen allgemein an Sonntagen mehr zur Kirche gehen als die Schweden, aber sie gehen definitiv nicht in großen Einkaufszentren einkaufen. Seit 2007 können die verschiedenen Bundesländer selbst entscheiden, ob sie den Läden Genehmigungen erteilen, am Sonntag zu öffnen. Aber die Kultur eines einkaufsfreien Sonntags ist ziemlich stark. Ausnahmen sind dabei Läden in Bahnhöfen oder Flughäfen, und Bäckereinen – Cafés. Am Sonntagmorgen gehen die Menschen zur Bäckerei, um ihre frischen Brötchen zu holen für ein langes und gutes Frühstück. Einige gehen zur Kirche aber die meisten Menschen gehen nach draußen für Aktivitäten an der frischen Luft und verbringen Zeit mit der Familie. Der Tag wird oftmals gekrönt mit einem (großen) Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee in einem Café oder zuhause.

Mineralwasser

In Schweden kommt gutes Trinkwasser aus dem Wasserhahn. In Deutschland kann man das Hahnenwasser auch gut trinken. Dennoch kaufen die Schweden Wasser in Flaschen und oftmals auch welches mit Geschmack. Aber ich denke die Deutschen schlagen uns, wenn sie 6-Packs von 1l-Flaschen Mineralwasser nachhause tragen. Und es gibt verschiedene Marken mit verschiedenen Wassern ohne Geschmack (!), ohne, mit wenig oder viel Kohlensäure. Es ist nicht sehr üblich hier, das Hahnenwasser mit Kohlensäure zu versetzen, was für mich eine vernünftige Maßnahme wäre. Das würde beim Klimaschutz helfen, weil Transportwege wegfallen und Kosten gespart werden würden. Außerdem würde man das schwere Tragen vermeiden.waterbottles

Damit beende ich meine Gedanken zu diesem Thema. Es gibt oftmals genauso viele Unterschiede innerhalb eines Landes, als zwischen Ländern. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel die beliebten Beschwerden – Züge sind verspätet und Baustellen verlangsamen den Verkehr. Unterschiedlich oder ähnlich – beide Faktoren machen das Leben interessant.

german-flag

Gott segne Deutschland!

Sweden and Germany – a comparison

Comparing people or places with each other can be a bit risky, because being different does not generally mean being better or worse, just different. But having lived in Germany a bit more than six months I will allow myself a few thoughts on some differences between Sweden and Germany.

Smoking

img_2617One of the first things I noticed after moving into my neighbourhood was that more German people smoke cigarettes than Swedish people. During the winter months you can be mistaken and think that people love the fresh air, standing on their balconies in the cold evening air or sitting outdoors at a café when there is frost in the air. But the reason is that they smoke. Hardly a healthy habit.

Cash

The next noticeable thing was that “cash is king”. I can pay with a plastic card in most big shops but often not in the smaller ones. In Sweden banks don’t want to handle cash (it is costly) and shops see “real money” as a robbery risk, so people have got used to paying for most things with a card. Or we use our smartphones to “swish” money between us or as the offering in the corps/church.

Bread

breadI love the German bread. It has high quality, tastes lovely, is available from small and large bakeries all over the city and there is a great selection to choose from. Within two blocks from where I live (one to the right and one to the left) there are five bakeries. Sweden has some local specialities and the selection is not bad. But most bread you get from the supermarket, in plastic bags and with more air than substance. Good bread from a bakery is quite costly in Sweden but more affordable here.

The United States of Germany

Germany is a large country with about 82 million inhabitants. (Sweden has around 9 million.) I’ve always thought about it as one, strong country. And it is, but I have come to realise more and more that Germany is a federation of 16 states. The states have their own laws and decide about their own affairs, like school systems and legislation for social centres. I live in Nordrhein-Westfalen and today (6th January) we have no holiday, while in Bayern they do.

Sundays

I don’t know if the German people in general go to church more on a Sunday than the Swedes, but one thing they don’t do is to go shopping in large shopping centres. From 2007 the Federal States have been able to decide about allowing shops to open on Sundays, but the culture of shopping-free Sundays is strong. The exceptions are shops in railway stations and airports. And bakeries/cafés. On Sunday mornings people go to the bakery to buy their fresh bread rolls and have a long and good breakfast. Some go to church but most people then go for their Sunday outdoor activity where families spend time together. And the day is often topped off in the afternoon with a (big) cake and coffee in the café or at home.

Mineral water

Sweden has very good drinking water in the taps. In Germany you can also drink the tap water. Still, in Sweden people buy water, which is often flavoured, in bottles. But I think Germany beats us in carrying home 6-packs of 1-litre bottles of mineral water. And you get it in several brands with various plain water tastes(!), with no bubbles, medium bubbles or lots of bubbles. It is not (yet) very common here to add bubbles to your tap water, although we often do that in Sweden and to me it seems a sensible thing to do. It would help save the climate by using less transport, it would save money and save yourself from carrying this heavy stuff.waterbottles

And with this I end my thoughts on the subject. There are often as many differences within countries as there are between them and there are similarities, like the favourite complaints – trains that are delayed and roadworks that slow down traffic. Different or similar – to me both factors make life interesting.

german-flag

God bless Germany!

Entscheidung für den Neuanfang

Das neue Jahr kommt von selbst. Doch ein Neuanfang in unserem Leben – dafür müssen wir uns entscheiden.

Ich bin sicher, dass viele von uns eine „Sammlung” halbfertiger Projekte im Leben haben. Wenn wir zurückschauen, sehen wir gute Vorsätze, gesünder zu leben, nicht umgesetzte Pläne, einen Lehrgang zu besuchen, beinahe abgeschlossene praktische Arbeiten im Haus oder halbfertige Basteleien.

Hoffentlich können wir auch die Früchte von umgesetzten Vorhaben und eingelösten Versprechen genießen. Mein heutiges Leben als Offizierin der Heilsarmee ist die Folge sowohl von guten Absichten als auch von bewussten Entscheidungen. Wie die meisten Menschen zwischen Zwanzig und Dreißig dachte ich über die verschiedenen Möglichkeiten für mein Leben nach. Es war ein wichtiger Schritt nach vorne, als mir bewusst wurde, dass es beim Offiziersdienst nicht in erster Linie darum geht, was man zu tun hat, oder dass man in einer Organisation arbeitet, die nützliche Dinge tut. Ich bekam ein entspannteres Verhältnis zu meiner Berufung und empfand Frieden, als ich begriff, dass hier ein neuer Abschnitt meines Lebens mit Jesus begann. Und dass seine Pläne für mich gut sind.

Natürlich gehörte dazu auch, Wesentliches zu lernen und Fähigkeiten zu entwickeln – aber es war wichtig für mich, dass es kein Projekt war, bei dem ich einfach bestimmte Dinge tat. Es war eine innere Überzeugung, Gott den Rest meines Lebens anzuvertrauen, und eine aktive Entscheidung, das im Rahmen der Heilsarmee zu tun.silvester-freizeit-2-2

Das Jahr 2017 kommt von selbst. Doch wie werden Sie diese 365 Tage nutzen? Sie und ich haben nur eine begrenzte Kontrolle über die Einzelheiten. Ja, wir planen Aktivitäten, Geburtstagsfeiern usw. Doch es gibt so viele Faktoren, die wir nicht in der Hand haben. Die Tage kommen von selbst, denn die Gesetze der Schöpfung sorgen dafür, dass sich die Sonne, der Mond und die Erde auf eine bestimmte Weise bewegen. Wir können jedoch entscheiden, zu welchem Ziel wir unsere Zeit und unsere Fähigkeiten nutzen.

Als eine Hilfe für alle, die mit der Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen verbunden sind, wurde bei der Territorialen Leiterkonferenz beschlossen, dass ein Ziel für dieses Jahr lauten soll, dass wir Menschen „Zu Jesus rufen“. Diese Aussage lässt mich sofort fragen: Wie könnte sich dieser „Ruf” anhören? Ich hoffe, er klingt wie die Stimme von Jesus.

Wenn Jesus Menschen berief, sagte er: „Folge mir nach.” Das ist eine Einladung, seiner Begleitung zu vertrauen. Nicht zuerst, dies oder das zu TUN. Er sagte, sein Ziel sei, Sünder zu rufen, die Gnade brauchen, und nicht die Gerechten, die meinen, Gott mit dem beeindrucken zu können, was sie tun. Er rief ein Kind zu sich und zeigte es als Vorbild, wie man in Gottes Reich groß sein kann, indem man dem Ruf zu Bedeutung und Macht widersteht. Zwei Blinde riefen laut, um Jesus auf sich aufmerksam zu machen. Er antwortete, indem er sie zu sich rief. Wahrscheinlich nicht ganz so laut. Und er gab ihnen die Möglichkeit zu sprechen. Dann fragte er: „Was soll ich für euch tun?”

Ich finde, das fasst gut zusammen, wie wir einen neuen Anfang, ein neues Jahr, nutzen können. Was soll JESUS für Sie tun? Was ist sein Spezialgebiet? Zu welchem Zweck und für welches Bedürfnis in Ihrem Leben ist er gestorben und zu einem neuen Leben auferstanden? Zu welchem Zweck ist er bereit, Ihnen seinen Heiligen Geist zu geben?

silvester-freizeit-1

Eine Entscheidung verkünden: (Gottes) Liebe ist unsere stärkste Waffe. Silvesterfreizeit 2016/17 Berlin

Vielleicht müssen Sie erst zurückschauen, bevor Sie vorwärtsgehen und Jesus antworten können. Sind Sie bereit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen? Sind Sie bereit, sich von Jesus begleiten zu lassen?

Was können Sie tun, wenn Sie in einem Leben voller Enttäuschungen feststecken; wenn Sie zurückschauen und Entscheidungen sehen, die zu falschen Entwicklungen geführt haben? Dann hat es überhaupt keinen Sinn, anderen die Schuld zu geben oder sich als Opfer der Umstände zu betrachten.

Entscheiden Sie sich für einen Neubeginn. Gehen Sie mit dem Herrn Jesus. Er heilt, was zerbrochen ist, wischt Bedauern mit seiner Vergebung fort und lässt Sie sehen, wie sich Menschen und Beziehungen zum Guten verändern, wenn er in Ihr Leben kommt und Gemeinschaft mit Ihnen hat.

Dies wurde zuerst veröffentlicht im Heilarmee-Magazin Nr. 1/2017.

Good intentions and conscious choices

The New Year comes by itself. But a new beginning in our lives – that we must choose.

I believe that many of us have a ‘collection’ of half-finished projects in life. We look back and can see good intentions for a healthier life that we haven’t done anything about, unfulfilled plans to attend a course, almost finished practical work in the home or half-finished handicrafts.

Hopefully, we can also enjoy the fruit of intentions being realised and promises being kept.  My life now, serving as an officer in The Salvation Army, is the consequence of both good intentions and conscious choices. Just like most people in their 20s, I was thinking through the alternatives for my life. It was an important step forward to recognise that being an officer was not first about what to do, or having a profession in an organisation that does useful things. I relaxed in my calling and felt peace when I realised this was the beginning of a new phase of my life with Jesus. And his plans for me are good.

Of course, that would include learning basic things and developing skills – but it was important for me to realise that it was not about just doing certain things. It was an inner conviction of trusting God for the rest of my life and an active choice of practising that in the context of The Salvation Army.silvester-freizeit-2-2

The year of 2017 will come by itself. But how will you use these 365 days? Both you and I have limited control of the details. Yes, we plan activities and to celebrate birthdays, etc. But there are so many factors that are out of our control. The days will come by themselves, because of the laws of creation that make the Sun, Moon and Earth move in a certain way. But we have choices to make about the purpose for which we shall use our time and abilities.

To help everyone who is connected to The Salvation Army in Germany, Lithuania and Poland, the Territorial Leaders’ Conference decided that one purpose for this year will be that we “Call [people] to Jesus”. That statement immediately makes me ask: What would that “call” sound like? I hope it will sound like the voice of Jesus.

When Jesus called people he said “follow me”. That is an invitation to trust his company. Not, first of all, to DO this or that. He said that his purpose was to call sinners who need mercy and not the righteous who think they impress God by what they do. He called a child to himself, making it an example of being great in God’s kingdom by resisting the call to position and power. Two blind men shouted with loud voices to get Jesus’ attention. He replied by calling them to himself. Probably not so loud. And he gave them the opportunity to speak. Then he asked: What do you want me to do for you?

silvester-freizeit-1

Declaring a choice: (God’s) Love is our strongest weapon. New Year fellowship 2016/17 Berlin.

I find that to be a good summary of how we can make use of a beginning, a new year. What do you want JESUS to do? What is his speciality? For what purpose and what need in your life did he die and rise to a new life and for what purpose is he willing to give you his Holy Spirit?

Perhaps before going forward and responding to Jesus, you need to look back. Are you ready to leave the past behind? Are you ready to let Jesus keep you company?

If you have got stuck in a life of disappointments, if you look back and see choices that made things go wrong, what can be done? Well, there is absolutely no point in blaming others or seeing yourself as a victim of circumstances.

Choose a new beginning. Walk with Jesus as Lord. He heals what has been broken, wipes away regrets with his forgiveness and allows you to see how people and relationships will change for good when he enters your company.

This was first published in Heilsarmee Magazin Nr.1 2017

Schichten der Tradition

Ich glaube, dass Weihnachten überwiegend von menschlichen Traditionen beeinflusst ist – obwohl dieses Fest auf biblischen Ereignissen beruht.

Die eigentliche Weihnachtsgeschichte ist geprägt von Einfachheit, sogar von Armut: ein Kind, das in einem Hinterhof geboren und in eine notdürftige Krippe gelegt wurde. Die ersten Besucher, die zum Gratulieren kamen, waren Menschen mit dem einfachsten Beruf: Hirten.

Daraus – und dazu gehören auch die vielen theologischen Ebenen – hat sich das entwickelt, wie wir heute Weihnachten feiern: eine Mischung aus albernen Liedern und wunderschönen Hymnen, ein Überfluss an Essen ebenso wie einfache Mahlzeiten, die Obdachlose miteinander teilen. Neben den einfachen Freuden dürfen wir aber auch nicht vergessen, welche Macht der kommerzielle Druck hat.

tomten-2In meiner Heimat Schweden scheint die Weihnachtszeit eine Mischung zu sein aus alten Volksbräuchen, europäischen christlichen Traditionen und amerikanischer Popkultur. So ist unser „Weihnachtsmann“ nicht St. Nikolaus, sondern „Tomte“. Das ist der kleine Mann im Haus, den man bei Laune halten muss, damit er keinen Unsinn verursacht. Unser Weihnachtsmenü besteht aus einer Menge von allem. Denn früher wurde in jedem Haushalt zu Weihnachten ein Schwein geschlachtet – und dann hatte man auf einmal sehr viel zu essen.

Aber heute wird der traditionelle Weihnachtsgottesdienst am 1. Weihnachtstag um 7 Uhr morgens ersetzt durch einen Gottesdienst am späten Abend des 24. Dezember. Und die Menschen haben kaum ihre Geschenke geöffnet, wenn schon am 2. Weihnachtsfeiertag der Schlussverkauf beginnt.

Die Weihnachtszeit beginnt am ersten Advent, wenn wir die erste Kerze anzünden, und jeden Sonntag dann eine weitere. Wir hängen den Adventsstern ins Fenster, der den Weg nach Bethlehem zeigt, wie es damals war. Da es im Winter in Schweden nur wenige Stunden Tageslicht gibt, lieben wir es, Kerzen anzuzünden. Das passt gut zu der Weihnachtsbotschaft, dass Jesus als Licht in diese Welt kam. Zu diesem Thema feiern wir auch am 13. Dezember den Tag von Lucia, der Königin der Lichter. Diese Tradition gibt es erst seit den späten 1920er-Jahren.

julkrubba-magnetEuropa verändert sich, gewinnt an Vielfalt. Daher kann ich mich nicht auf meine Umgebung verlassen, wenn es darum geht, eine eigene Weihnachtstradition zu entwickeln. Weihnachten ist deshalb eine Zeit, in der ich selbst entscheide, wie ich feiere. Das Wichtigste von allem ist die Freude an dem Wunder, dass Gott als Mensch geboren wurde. Und dann geht es darum, diese Freude mit der Familie, Freunden und Fremden zu teilen, so, wie es passt. Mögen Sie ein „God Jul“, ein frohes Weihnachtsfest, haben!

Dieser Text wurde veröffentlicht in “Das Heilsarmee Magazin”.

Layers of Christmas traditions

I think that Christmas is the holiday, based on Biblical events, that is most influenced by layers of human traditions.

The original story is surrounded by simplicity, even poverty. A child being born in a backyard and put into a makeshift cradle. The first visitors to congratulate were people doing the simplest job, Shepherds.

From this, with its many theological layers, it has developed into what we have now. A mixture of silly songs and wonderful hymns and an overflow of food as well as simple meals where homeless share equally.  Not to forget the power of commercial pressure alongside simple joys.

tomten-2In my native Sweden, this season seems to be a mixture of old folklore, European Christian traditions and American popular culture. Our “Father Christmas” is not S:t Nicolaus but “tomten”. He was the little man around the house you should keep well with so he didn’t cause you mischief. Our Christmas food is a lot of everything because in the old times the household pig was slaughtered and for once there was plenty.

But now the traditional 7am morning Christmas Day church service is often exchanged with a late evening worship on the 24th. And people have hardly opened their presents when shops starts their New Year’s Sale on Boxing Day.

The Christmas season starts at the first of Advent when we light the first candle and continue with one more each Sunday. We put the Advent star in windows, leading the way to Bethlehem, as it were. Since Winter in Sweden is a time with few hours of daylight we love lighting candles. It fits well into the Christmas message of Jesus arriving as the Light of the World. On that theme, we also celebrate the day of Lucia, the Queen of lights, on 13th December. A tradition that started as late as the 1920’s.

julkrubba-magnetAs Europe become more diverse I cannot rely on society in general to shape my traditions. Christmas is a time when I make a choice of how I celebrate. The heart of everything is joy in the miracle of God being born a human. Then it is about sharing that joy with family, friends and strangers as it is fit. May you have a “God Jul”.

This has been published in Das Heilsarmee Magazin.

Gute Abschlüsse und gute Anfänge

Der Anfang und der Abschluss sind in vielerlei Hinsicht wichtig. In allen Kulturen gibt es Zeremonien zum Beginn und zum Ende eines menschlichen Lebens. Auch dafür, wie wir unseren Tag beginnen und abschließen, entwickeln wir oft Gewohnheiten und Routinen. Und es gibt viele weitere Beispiele. Bei der Territorialen Leiterkonferenz habe ich meine Ziele für das kommende Jahr mitgeteilt. Eines davon ist das Feiern guter Abschlüsse und guter Neuanfänge.sea-shore-2Wenn mir bewusst ist, dass ich nicht das Opfer der Veränderungen um mich herum bin und dass ich nicht alles akzeptieren muss, habe ich eine gute Grundlage dafür, in Gott Ruhe zu finden. Durch die Erlösung bin ich sein Kind. Ich gehöre zu seiner Geschichte in dieser Welt, und er gehört zu meiner Geschichte. Und meine Berufung im Leben ist verwoben mit Ihrer Berufung und der Berufung vieler anderer. Abschlüsse und Anfänge sind einfach ein Teil des Lebens. Ob man sich ihnen gegenüber als Opfer fühlt oder siegreich daraus hervorgeht, hängt davon ab, ob man empfindsam ist gegenüber dem, was Gott sagt, und seine Führung erkennt.

Auch unter den frühen Nachfolgern Jesu gab es bereits unterschiedliche Meinungen und Veränderungen. Einige Veränderungen kamen dadurch zustande, dass Gott eingegriffen hat. Andere entstanden dadurch, dass manche sich den Aussagen der Guten Nachricht widersetzten. Die Apostelgeschichte ist wie ein Lehrgang, wie Jünger Jesu mit Unerwartetem umgehen. Keiner, noch nicht einmal Petrus, der Fels, konnte es vermeiden, Fehler zu machen. Aber es war auch niemand von dem Angebot der Gnade und Versöhnung ausgeschlossen.

limelight-collective

Ein Beispiel für einen neuen Anfang: “Eine Gemeinschaft von darstellenden Künstlern und Fans auf einer gemeinsamen Reise, um christliche Spiritualität zu erkunden.” Kastanienallee 71, Berlin

In einer so alten Bewegung wie der Heilsarmee kann man manchmal die falsche Lehre hören: Wenn wir weiter das tun, was wir immer getan haben und was hilfreich war, dann sind wir über alle Kritik erhaben und erfüllen unsere Berufung. Das ist in der Tat eine falsche Lehre. Das Kriterium dafür, ob man Gottes Willen tut, liegt nicht darin, dass man Aktivitäten als solche miteinander vergleicht. Zum Beispiel können Freigottesdienste völlig nutzlos sein, um Menschen zu erreichen, aber sie können auch gerade das Richtige sein. Moderne Lobpreislieder zu singen, kann Menschen von Gott entfremden oder die Herzen von Neuankömmlingen erreichen. Ein Korps-Café kann der Ausgangspunkt für den Aufbau von Beziehungen sein, oder aber es kann die Zeit des Leiters verschwenden und ihn davon abhalten, die Heilssoldaten dabei zu begleiten, dass sie ihre Gaben und ihren Platz entdecken, an dem sie Gott dienen können.

Sie verstehen sicher, was ich meine. Wir sollten aufhören, Dinge zu tun, zu denen uns Gott nicht berufen hat, und Aktivitäten am Leben zu erhalten, die für Gott keine Frucht tragen. Um herauszufinden, ob das der Fall ist, sollten Sie zusammenkommen und ehrlich darüber reden und beten. Prüfen Sie Ihre Motive für das, womit Sie weitermachen, für das, was Sie beenden, und für das, was stattdessen getan werden soll.

Wenn wir mit etwas aufhören, sehen Sie das nicht als Niederlage. Feiern Sie, was in der Vergangenheit erreicht wurde, und feiern Sie Visionen und Anfänge dessen, was Gott stattdessen mit Ihnen und durch Sie tun möchte. Wenn unser Ziel ist, dass das Reich Gottes ins Leben der Menschen und in die Gesellschaft kommt, und nicht nur, dass sich bestimmte Aktivitäten immer wiederholen, dann können wir sicher sein, dass wir ein Teil der Bewegung „Die ganze Welt mobilisieren“ sind.

d-m-bowlesKonkret ist es für mich an der Zeit, die Oberstleutnants Marsha- Jean und David Bowles für ihre fast 20 Jahre Dienst in diesem Territorium zu feiern und ihnen Danke zu sagen. Sie und ihre Familie waren ein Geschenk Gottes für uns. Wir werden sie sehr vermissen. Aber wir feiern mit ihnen auch ihren Neuanfang in Kanada. Und wir freuen uns, mit Gott und den Oberstleutnants Hervé und Deborah Cachelin in die Zukunft zu gehen.

Link, Berliner Morgenpost, Interview Shaw Coleman, leader of the Limelight Collective.

Dieser Text wurde veröffentlicht in der Dezember-Ausgabe von “Das Forum”.