Proportions and relationships

One of the first drawings children make of a human being mainly consists of a big head, while hands and feet are just short lines. In German it is called a Kopffüßler. In Swedish a huvudfoting. (Both meaning a head with feet.) In English, the word is a stick figure.

The proportions make sense, because from the head come smiles, encouragement and verbal communication, all things that are important to a 3 to 4-year-old person. On the other hand, it is safe to assume that children are fully aware of what people really look like. They have experienced arms that hug and legs that run to them. This image is just a stage of their development.

This image came to mind as I was thinking of the expression the body of Christ. Paul uses it when he talks about the fellowship of believers. Jesus is the head and the people in the Church are the different parts of the body. When writing to the Christians in Corinth Paul addresses a problem. Some parts of the Church, the body, are looking at themselves as being more important than the others. If we were to draw a picture of what he describes it would be like a stick figure but with a big eye or ear instead of a head.

His point is that none of the evangelists, teachers, musicians, people doing social ministry or any of the others can say that they are the most important part. The uniqueness of the fellowship is that we make up one body where we all need each other. If there is any part more important than the other, it is the head. Christ is the head and no part should take his place of authority.

This year, when there have been or will be elections in many European countries, I wish that society in general would learn from the image of One Body. It seems that some ideologies are very eager to amputate the weak and vulnerable parts of society. Others are angry and envious and will try to harm the strong parts.

In order to have a healthy society we do well to continue building healthy small fellowships. If we practise good relationships and build a balanced body of believers in our families, in church and in the ecumenical fellowships, society as a whole will be influenced.

We are not short of available advice and practical help to achieve this. Paul ends 1 Corinthians 12 by introducing the most excellent way for the parts of the body to function well. The way is love, which he writes beautifully about in chapter 13. In Ephesians 4:15 he says that when we speak the truth in love we will grow and become the mature body of the head, that is Christ.

More practical help is given in chapter 4 of the book Journey of Renewal. That journey starts with considering the people around us. Who are we making this journey with and how are our relationships? It is worth noting that the name of our congregations, “corps”, is taken from the Latin word corpus, which means body. I recommend you to start your journey of renewal and use chapter 4 to grow in the quality and strength of your relationships with people.

It is natural for a body to mature and develop. The image of our fellowship we want to pass on is not a Kopffüßler,  a stick figure but relationships that reflect the beauty of Jesus.

This text has been published in the Heilsarmee Magazin #6/2017

Proportionen und Beziehungen

Wenn Kinder zum ersten Mal einen Menschen zeichnen, besteht diese Figur meist vor allem aus einem großen Kopf mit kurzen Linien als Hände und Füße. Das bezeichnet man als Kopffüßler.

Die Proportionen leuchten ein, denn vom Kopf kommen Lächeln, Ermutigung und verbale Kommunikation, alles, was für Drei- bis Vierjährige besonders wichtig ist. Andererseits kann man davon ausgehen, dass Kindern vollkommen klar ist, wie Menschen wirklich aussehen. Sie haben Arme erlebt, die sie umarmen, und Beine, die zu ihnen laufen. Der Kopffüßler ist nur eine Phase ihrer Entwicklung.

Dieses Bild kam mir in den Sinn, als ich an den Ausdruck der Leib Christi dachte. Paulus gebraucht ihn, wenn er über die Gemeinschaft der Gläubigen spricht. Jesus ist der Kopf, und die Leute in der Gemeinde sind die verschiedenen Körperteile. In seinem Brief an die Christen in Korinth spricht Paulus ein Problem an. Manche Glieder der Gemeinde, des Leibes, finden sich wichtiger als die anderen. Wenn wir seine Worte in ein Bild umsetzen, würde es wie ein Kopffüßler aussehen, aber mit einem großen Auge oder Ohr statt eines Kopfes.

Er meint damit, dass kein Evangelist, Lehrer, Musiker, Sozialarbeiter oder sonst jemand von sich behaupten kann, dass er das wichtigste Glied ist. Das Einzigartige an der Gemeinschaft ist, dass wir zusammen einen Leib bilden, in dem wir alle einander brauchen. Falls irgendein Teil wichtiger ist als die anderen, dann ist es der Kopf. Christus ist das Haupt und kein anderer Teil sollte seine Führungsrolle übernehmen.

Wenn dieses Jahr in vielen europäischen Ländern Wahlen stattfinden oder bereits stattgefunden haben, dann wünschte ich mir, dass die Gesellschaft allgemein vom Bild des einen Leibes lernen würde. Es scheint, dass manche Ideologien sehr darauf erpicht sind, die schwachen und verletzlichen Glieder der Gesellschaft zu amputieren. Andere sind wütend und neidisch und versuchen den starken Gliedern zu schaden.

Für die Gesundheit der Gesellschaft ist es wichtig, dass wir auch weiterhin gesunde kleine Gemeinschaften aufbauen. Wenn wir gute Beziehungen pflegen und einen gesunden Leib von Gläubigen in unseren Familien, in der Gemeinde und den ökumenischen Gemeinschaften aufbauen, dann wirkt sich das auf die Gesellschaft als Ganzes aus.

Es fehlt uns auch nicht an guten Ratschlägen und praktischer Hilfe, wie dies zu erreichen ist. Am Ende von 1. Korinther 12 nennt Paulus einen hervorragenden Weg, damit die Glieder des Leibes gut funktionieren. Dieser Weg ist die Liebe, die er in Kapitel 13 sehr schön beschreibt. In Epheser 4,15 sagt er, wenn wir in Liebe wahrhaftig sind, werden wir wachsen und dem Haupt des Leibes, Christus, immer ähnlicher.

Das Buch Der Weg der Erneuerung enthält in Kapitel 4 eine noch praktischere Hilfestellung. Dieser Weg beginnt damit, dass wir die Menschen um uns herum betrachten. Mit wem sind wir gemeinsam unterwegs und wie steht es um unsere Beziehungen? Es ist bemerkenswert, dass die Bezeichnung für unsere Gemeinden, „Korps“, von dem lateinischen Wort corpus stammt, das Leib bedeutet. Ich empfehle Ihnen, Ihren Weg der Erneuerung zu beginnen und Kapitel 4 zu nutzen, damit die Qualität und Stärke Ihrer Beziehungen zu anderen Menschen wächst.

Es ist ganz normal, dass ein Körper reift und sich entwickelt. Das Bild, das wir von unserer Gemeinschaft vermitteln möchten, ist kein Kopffüßler, sondern Beziehungen, in denen sich die Schönheit Jesu spiegelt.

Dieser Artikel wurde im Heilsarmee Magazin Nummer 6/2017 veröffentlicht.

Hurray! Pentecost / Hurra! Pfingsten

What is Pentecost about? “People were confused because they understood what was said, not because they heard different languages.” (Egil Svartdahl) (Acts 2:1-21)

I will celebrate Pentecost with the people in Göppingen Corps. The message will be about the Holy Spirit helping us to understand… the Bible, the times we live in and our own personal calling. As Christians, we can be more confused when we understand what the Spirit says than when we live in ignorance.

This confusion can make us hungry for being filled with the Spirit of God or it can be an excuse for keeping our distance from God. What is your choice in the confusion about the work of the Spirit? Do you start making jokes about what’s going on in order to keep the Holy Spirit at a distance, as the people in Jerusalem did? Or does it awaken in you a longing for a presence and a power in your life that really makes you feel alive!

For me, there is no doubt about what I choose over and over again. “Blessed are those who hunger and thirst for righteousness,” says Jesus. That is not a longing for activity but to be filled with the Spirit of God.

Come Holy Spirit!

Pfingstrose / The name for peony in German is ‘Pentecost Rose’

Worum geht es eigentlich an Pfingsten? „Menschen waren verwirrt weil sie tatsächlich verstanden, was gesagt wurde, nicht weil sie verschiedene Sprachen hörten.“ (Egil Svartdahl) (Apg 2,1-21 )

Ich werde Pfingsten mit den Menschen im Korps Göppingen feiern. In der Botschaft wird es um das Thema gehen, wie der Heilige Geist uns helfen kann beim Verständnis von… der Bibel, den Zeiten, in denen wir leben, und meiner persönlichen Berufung. Als Christen können wir durch das Verstehen dessen, was der Heilige Geist sagt, verwirrter sein, als wenn wir in Ignoranz leben.

Diese Verwirrung kann uns hungrig machen nach einem vom Geist Gottes erfüllten Leben oder es kann eine Ausrede sein, um uns von Gott entfernt zu halten. Was ist deine Entscheidung in der Verwirrung um die Arbeit des Geistes? Machst du, wie die Menschen in Jerusalem, Witze über das, was passiert, damit der Heilige Geist Abstand hält? Oder erweckt sie ein Verlangen nach einer Gegenwart und einer Kraft in deinem Leben, die dir das Gefühl gibt, wirklich lebendig zu sein!

Für mich gibt es keinen Zweifel, was ich immer und immer wieder wähle. „Gesegnet sind die, die es nach Gerechtigkeit hungert und dürstet“ sagt Jesus. Das ist kein Verlangen nach Aktivität sondern nach einer Erfüllung mit dem Geist Gottes.

Komm Heiliger Geist!

Giving and paying – the difference

There are actions that can look similar but are different. The difference is made up of both my attitude to and the purpose of the activity.

Every month I transfer money from my account to other accounts. Most of them are about paying for something, but I make it a point not to pay anything to my corps/church fellowship. The ten per cent (tithe) I transfer to The Salvation Army is not a payment. It is a gift. The difference is important.

If I have the attitude of paying something towards the building, salaries or programmes, that attitude makes me a customer. I play a part in a trade. I give something to get something back. A payment is based on a contract (a bill) where there is an agreement on the value of the service I have received.

If I identity myself as someone who is dealing in financial matters, it brings me closer to Mammon’s realm than the Kingdom of God. It is important to know who my Master is. I cannot serve two masters. I have to choose one and be faithful to his attitudes. (Matthew 6:24)

When I transfer money to my corps or anywhere else that has to do with supporting the Mission of God here on earth, then I give. Sometimes it can even be an offering. An offering is more noticeable in my finances than a gift. An offering is not valued by how much I give, but by how much I have left.

When I give money, the action is not an outcome of what I have received or what I expect to get back. Giving is an expression of what I have and who I am because of the life of Jesus in me. By giving to the corps/church I attend, I make a confession of being part of the body of Christ.

If I do not give, it makes me a parasite of that body. (A parasite is an organism which lives on a host organism, feeding by sucking life from it.) I give as an expression of obedience to God and as an outcome of his love in me.

The obedience part is, for me, related to the tithing. To give ten per cent is like a precaution against greed and love for money, a simple measure that keeps my relationship with God stable. Depending on my own needs and my financial situation, I can sometimes give more, because I have said to God: “All that I am and all that I have belongs to you.”

To summarise my part: I have a responsibility to be clear about my attitude, understanding and motivation as a giver – not a payer. However, the people who receive my gifts, on behalf of God, also have a responsibility. They are first of all accountable to God, but in a healthy body, a healthy fellowship, there is also openness and accountability to people as well.

I began to give my regular tithe in my late teenage years. The Holy Spirit spoke to my conscience about trusting God in this area. I would never find out if his promises are true unless I was willing to obey him. Over the years I have heard numerous excuses from people about why they do not give regularly to the fellowship. Some think they have clever arguments, but the bottom line is often that their attitude and identity is that of a customer who pays for church programmes and not as a follower of Jesus who is happy to be part of God’s Mission on earth.

Der Unterschied zwischen Spenden und Bezahlen

Es gibt Tätigkeiten, die zwar ähnlich aussehen, aber durchaus verschieden sind. Der Unterschied besteht sowohl in meiner Einstellung zu der Aktivität als auch in ihrem Zweck.

Jeden Monat überweise ich Geld von meinem Konto auf andere Konten. Meist geht es darum, für irgendetwas zu bezahlen, aber ich lege Wert darauf, dass ich meinem Korps/meiner Gemeinde nichts bezahle. Die zehn Prozent (der Zehnte), die ich der Heilsarmee überweise, sind keine Bezahlung. Sie sind eine Spende. Diese Unterscheidung ist wichtig.

Wenn ich die Einstellung habe, einen Beitrag für das Gebäude, die Gehälter oder Programme zu bezahlen, dann macht mich diese Haltung zu einem Kunden. Sie weist mir eine Rolle in einem Handel zu. Ich gebe etwas, um etwas zurückzubekommen. Eine Bezahlung basiert auf einem Vertrag (einer Rechnung), wenn man sich über den Wert der erhaltenen Dienstleistung einig ist.

Wenn ich die Identität von jemandem annehme, der finanzielle Transaktionen abschließt, bringt mich das näher an das Reich Mammons als an das Reich Gottes. Es ist wichtig zu wissen, wer mein Herr ist. Ich kann nicht zwei Herren dienen. Ich muss einen wählen und seiner Haltung treu sein (Matthäus 6,24).

Wenn ich Geld an mein Korps oder anderswohin überweise, wo Gottes Mission hier auf Erden gefördert wird, dann spende ich. Manchmal kann das sogar ein Opfer sein. Ein Opfer macht sich in meinen Finanzen deutlicher bemerkbar als eine Spende. Ein Opfer erhält seinen Wert nicht dadurch, wie viel ich gebe, sondern wie viel ich übrig habe.

Wenn ich Geld spende, dann ist das keine Folge von dem, was ich erhalten habe oder was ich zurückzubekommen hoffe. Geben ist ein Ausdruck von dem, was ich habe und wer ich bin, weil Jesus in mir lebt. Indem ich dem Korps/der Gemeinde, die ich besuche, etwas spende, bekenne ich, dass ich zum Leib Christi gehöre.

Wenn ich nicht spende, werde ich zum Parasiten für diesen Leib. (Ein Parasit ist ein Organismus, der sich davon ernährt, dass er Lebensenergie aus einem Wirtsorganismus aussaugt.) Ich gebe als Ausdruck des Gehorsams gegenüber Gott und als Ergebnis seiner Liebe in mir.

Der Aspekt des Gehorsams hängt für mich mit dem Geben des Zehnten zusammen. Zehn Prozent zu spenden ist wie eine Vorsorgemaßnahme gegen den Geiz und die Liebe zum Geld, eine einfache Regel, die meine Beziehung zu Gott stabil erhält. Je nach meinen eigenen Bedürfnissen und meiner finanziellen Situation kann ich manchmal mehr geben, weil ich Gott gesagt habe: „Alles, was ich bin, und alles, was ich habe, gehört dir.“

Meinen Part möchte ich so zusammenfassen: Es ist meine Verantwortung, mir über meine Einstellung, mein Verständnis und meine Motivation als Spender – nicht als Zahler – im Klaren zu sein. Doch die Menschen, die meine Spenden im Namen Gottes erhalten, tragen auch eine Verantwortung. Sie sind in erster Linie Gott gegenüber verantwortlich, in einem gesunden Körper, einer gesunden Gemeinschaft, herrscht jedoch auch Offenheit und Verantwortlichkeit gegenüber Menschen.

Als Jugendliche begann ich regelmäßig meinen Zehnten zu geben. Der Heilige Geist sprach mein Gewissen an, dass ich Gott in diesem Bereich vertrauen sollte. Ich hätte nie herausgefunden, ob er seine Zusagen hält, wenn ich nicht bereit gewesen wäre, ihm zu vertrauen. Im Laufe der Jahre habe ich zahlreiche Ausreden von Leuten gehört, warum sie nicht regelmäßig für die Gemeinschaft spenden. Manche meinen, kluge Argumente zu haben, doch der Knackpunkt ist häufig der, dass ihre Einstellung und Identität die eines Kunden sind, der für Gemeindeprogramme bezahlt, und nicht die eines Nachfolgers Jesu, der sich freut, an Gottes Mission auf der Erde teilhaben zu können.

Roof and basement. Passion and Spirit.

One of the many issues that I have come across as a Salvation Army officer is decisions connected to repairing houses. One of my first lessons was that the roof and the basement are priorities.

Sometimes we need to check why life is developing in the wrong place.

Even houses that are fairly new and look well-kept can be affected by mould and rot. The construction can look very good but because of things like wrong materials and poor ventilation, the people living inside fall ill. The conclusion is simple: everyone prefers to live in a house that is solid, healthy and good to look at.

It is said that the Church, or a Salvation Army corps, is not the building but the people. Using this analogy for our fellowship is useful – and even biblical. The simple conclusion is: we all want our fellowship to be strong, healthy and attractive, so, let us look at advice from God for this.

We read in Luke chapter 6 that everyone who hears what Jesus says and understands what he means is like a person building a house on a solid foundation. Hearing is an individual responsibility. Understanding is also personal but I think it develops mainly through the exchange that takes place in a fellowship. From that foundation, of hearing and understanding Jesus, we can go into action and start building.

Paul talks about this process of building a strong fellowship. When the people in Corinth argue about who the best builder is, Paul points out that the most important part is the foundation. He is very clear. The only alternative for a foundation is to know what the message, life, death and resurrection of Jesus means.

The church has a twofold foundation: on the cross as well as solid on the ground.

Then Paul mentions that various teachers do their part in building on that foundation. For example, our faith needs the structures of doctrine, we fill the interior with fellowship and expressions of ministry and we can do that using various methods (materials), according to Paul.

However, is that enough? Paul changes his picture from a building in general to the specific building of the Temple. He says, “You are that temple” (1 Cor. 3:17). The context makes it clear that he is addressing the fellowship as a whole and not an individual.

What is so special about the Temple? He says, “God’s Spirit lives in you” and that is what it is all about. The Holy Spirit, the wind, the air, the breath of life. The Spirit of Jesus.

Now we can summarise the three key elements of a strong fellowship of believers: 1. the rock-solid foundation of all that God has summed up in Jesus; 2. a variety of ministry that reaches up to God in prayer and worship as well as reaching out to people with the Good News in action; 3. the fresh ventilation through the wind of the Spirit that is expressed in good fruit and gifts.

To help you in this ongoing life and work, I recommend the new book Journey of Renewal, which is now available in German. It is like a checklist for a healthy ministry. An illustration shows that in the centre of everything that happens is the issue of personal Passion and Spirit. Passion and Spirit are perhaps to our lives what the roof and basement are to a house. Keep them in shape and the rest will be good.

This text has been published in Die Heilsarmee Magazin 5/2017

Dach und Keller. Leidenschaft und Geist.

Eines der vielen Themen, mit denen ich als Heilsarmeeoffizierin zu tun hatte, sind Entscheidungen hinsichtlich der Reparatur von Häusern. Eine meiner ersten Erkenntnisse dabei war, dass es vor allem auf das Dach und den Keller ankommt.

Manchmal müssen wir prüfen, warum Leben sich am falschen Ort entwickelt.

Auch Häuser, die relativ neu sind und gepflegt wirken, können von Schimmel und Fäulnis betroffen sein. Die Konstruktion sieht zwar sehr gut aus, doch die Menschen, die darin leben, werden krank, weil z. B. falsche Materialien verwendet wurden oder die Belüftung unzureichend ist. Kurz gesagt: Jeder wohnt am liebsten in einem Haus, das solide, gesund und gut anzuschauen ist.

Man sagt, die Kirche – oder auch ein Heilsarmeekorps – ist nicht das Gebäude, sondern die Menschen. Dennoch ist ein solcher Vergleich für unsere Gemeinschaft hilfreich – und sogar biblisch. Das bedeutet: Wir alle möchten, dass unsere Gemeinschaft stark, gesund und attraktiv ist, schauen wir also, was Gott uns dazu rät.

Im Lukasevangelium, Kapitel 6, lesen wir: Jeder, der hört, was Jesus sagt, und versteht, was er meint, ist wie ein Mensch, der ein Haus auf ein solides Fundament baut. Hören ist die Verantwortung jedes Einzelnen. Verstehen ist etwas Persönliches, doch ich denke, es entwickelt sich vor allem durch den Austausch, der in einer Gemeinschaft stattfindet. Ausgehend von dieser Grundlage, dass wir Jesus hören und verstehen, können wir aktiv werden und anfangen zu bauen.

Paulus spricht über diesen Vorgang, eine starke Gemeinschaft zu bauen. Als die Leute in Korinth darüber streiten, wer der beste Baumeister ist, weist Paulus darauf hin, dass es vor allem auf das Fundament ankommt. Er macht das sehr deutlich. Die einzige Alternative besteht darin zu wissen, was die Botschaft, das Leben, der Tod und die Auferstehung von Jesus bedeuten.

Die Kirche hat ein zweiteiliges Fundament: auf dem Kreuz und auf festem Boden.

Dann erwähnt Paulus, dass verschiedene Lehrer ihren Teil dazu beitragen, auf diesem Fundament aufzubauen. So braucht unser Glaube zum Beispiel die Strukturen der Lehre, wir füllen das Innere mit Gemeinschaft und verschiedenen Ausdrucksformen des geistlichen Dienstes, und das können wir laut Paulus mit verschiedenen Methoden (Materialien) tun.

Doch ist das genug? Paulus wechselt sein Bild von einem allgemeinen Gebäude zu dem konkreten Gebäude des Tempels. Er sagt: „Ihr seid dieser Tempel“ (1. Korinther 3,17 NLB). Aus dem Zusammenhang wird deutlich, dass er die Gemeinschaft als Ganzes anspricht und nicht den Einzelnen.

Was ist das Besondere am Tempel? Er sagt, dass „der Geist Gottes in euch wohnt“ (Vers 16). Der Heilige Geist, der Wind, die Luft, der Lebensatem. Der Geist Jesu.

Wir können also die drei Schlüsselelemente einer starken Gemeinschaft von Gläubigen zusammenfassen: 1. Das felsenfeste Fundament von allem, was Gott in Jesus verdichtet hat. 2. Ein vielfältiger Dienst, der sich Gott in Gebet und Anbetung zuwendet und gleichzeitig aktiv mit der guten Nachricht hinaus zu den Menschen geht. 3. Die erfrischende Durchlüftung mit dem Heiligen Geist, die sich in guter Frucht und Gaben bemerkbar macht.

Als Unterstützung für dieses Leben und die fortlaufende Arbeit empfehle ich das neue Buch Der Weg der Erneuerung (Journey of Renewal), das nun auch auf Deutsch erhältlich ist. Es ist wie eine Checkliste für eine gesunde Gemeindearbeit. Eine Illustration zeigt, dass im Zentrum von allem, was geschieht, die persönliche Leidenschaft und der Geist stehen. Leidenschaft und Geist sind für unser Leben vielleicht das, was Dach und Keller für ein Haus sind. Wenn wir die in Form halten, wird alles andere gut sein.

Dieser Artikel wurde im Heilsarmee Magazin Nummer 5/2017 veröffentlicht.