Weniger soziales Verhalten in den sozialen Medien

Seit einiger Zeit sehe ich bei Facebook immer wieder bestimmte Arten von Mitteilungen. Wahrscheinlich stehen gute Absichten und wohlmeinende Leute dahinter, doch das, was oberflächlich betrachtet gut aussehen mag, ist auf längere Sicht weniger positiv.

social-media-fans-1940x1155Eine Art von Mitteilung geht in die folgende Richtung: Ich schätze meine Freunde, doch ich möchte wissen, wer meine wahren Freunde sind. Du kannst beweisen, dass du mein wahrer Freund bist, indem du dies liest, die Nachricht kopierst und weitergibst.

Was sagt man zu einer solchen Mitteilung? Eines ist sicher – sie wird niemandem helfen, seine wahren Freunde zu finden. Man wird von manchen Freunden eine Rückmeldung bekommen, die zufällig an dem Tag auf die Nachricht gestoßen sind, an dem man sie eingestellt hat. Abgesehen davon, dass Freundschaft auf diese Weise vom Zufall abhängig wird (davon, ob man an diesem Tag zufällig online ist), es begrenzt Freundschaft auch auf ein sehr enges Kriterium, das nur von einer der Parteien bestimmt wird.

Wenn Sie also MEIN Freund sind, werde ich nicht von Ihnen verlangen, dass Sie das in den sozialen Medien erklären. Genauso wenig werde ich auf eine solche Aufforderung antworten. Freundschaft baut auf persönlicheren, vertraulicheren und langfristigeren Qualitäten auf, als die stets öffentlichen sozialen Medien bieten können.

Es gibt andere Mitteilungen, die mehr nach einer einseitigen Erklärung klingen. Da erläutert eine Person ihre Ansichten zu politischen und/oder moralischen Fragen und schließt mit Worten wie: Wenn du meine Ansichten oder Werte nicht magst, brauchst du nicht mein Freund zu sein.

Das sieht vielleicht auf den ersten Blick so aus, als ob da nur jemand seine persönlichen Ideale mitteilt, doch es bekundet Isolation und Polarisierung. Wenn wir alle nur mit Menschen kommunizieren, die unsere Werte und Ideen teilen und das mögen, was wir mögen, wo bleibt dann das respektvolle Zuhören? Auf diese Weise bleiben wir letztlich auf unseren kleinen ideologischen Inseln, konzentrieren uns auf Unterschiede und kämpfen darum, das Meer der Informationen zwischen uns zu beherrschen. Leider sieht es so aus, als ob manche nationalistischen und ideologischen Bewegungen mit Volldampf in diese Richtung steuern. Doch das heißt nicht, dass wir als Einzelpersonen ihnen folgen müssen.

Auch zu diesen Themen trifft Jesus den Nagel auf den Kopf, wenn er sagt:

„Wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben, was ist daran Besonderes? Das tun sogar die bestechlichen Steuereintreiber. Wenn ihr nur zu euren Freunden freundlich seid, wodurch unterscheidet ihr euch dann von den anderen Menschen? Das tun sogar die, die Gott nicht kennen. Ihr sollt aber vollkommen sein, so wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Matthäus 5,46-48).

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den Nagel…

Und, um ein recht ironisches Wortspiel zu gebrauchen, er wurde wegen dieser Ansichten ans Kreuz genagelt – und starb, um jedem ein solches geheiligtes Leben zu ermöglichen.

Es ist leicht, diejenigen zu lieben, die uns bestätigen, unterstützen, lieben und unsere Werte teilen. Doch Gott erwartet mehr von denjenigen, die in dieser Welt leben und seine Gegenwart hier repräsentieren möchten. Inwieweit können wir vollkommen sein wie Gott vollkommen ist? Indem wir andere so lieben, wie er sie liebt – unabhängig von ihrem Lebensstil oder ihren Ansichten. Wir hören zu, kommunizieren und begründen unsere Überzeugungen. Das Ergebnis ist hoffentlich, dass wir mit Menschen befreundet sind, mit denen wir in mancher Hinsicht einer Meinung sind, zu anderen Themen in den Bereichen Politik, Sexualität, Glaube oder sogar Sport aber auch eine andere Meinung haben.

Ich mag die sozialen Medien. Ich nutze sie viel. Doch es ist auch wichtig zu wiederholen, dass ich immer zweimal nachdenken muss, wenn es darum geht, die Folgen dessen zu berücksichtigen, was ich schreibe und mitteile. Falls Sie diesen Blogbeitrag weitergeben, entspricht das, glaube ich, den Regeln für gutes Verhalten. 😉

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